Behandlung

Meininger Erklärung - Stellungnahme des Bundesvorsitzenden

Auf uns Patienten ist mittlerweile eine Flut von Ungerechtigkeiten hereingebrochen, die eindeutig vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) ausgeht. Patientenrechte wurden beschnitten und selbst vor Gesundheitsgefährdungen nicht Halt gemacht. Unabhängig von dieser ethischverwerflichen Vorgehensweise postulieren die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses den angeblichen aktuellen Stand der Wissenschaft bzw. Medizin. Derartige unbedarfte Rückschlüsse müssen wir durchbrechen. Das können wir allerdings nur, wenn wir im Gemeinsamen Bundesausschuss weiterhin die entsprechenden Patientenvertreter entsenden können und die unabhängige Selbsthilfeorganisation innerhalb der Gesamtorganisation bleiben. Was wir tun können ist, in einer engen Zusammenarbeit mit allen Fachärzten, dann tatsächlich auf der Basis des Standes der Medizinwissenschaft, unsere Anträge zu erarbeiten. So gewinnen wir auch den Rückhalt der gesamten Ärzteschaft mit getragen.

Wir Patienten sind grundsätzlich bereit, Überlegungen zu Kosten-Nutzen-Faktoren von Arzneimitteln zu unterstützen. Allerdings lassen die regelwidrigen Sparzwänge der Verwaltungen und deren unsoziale Auswirkungen unseren Widerstand wachsen. Unsere Meinung wird immer erst dann eingeholt, wenn das Ergebnis bereits schon feststeht. Der Gesetzgeber verlangt, dass Lebensqualität und Zufriedenheit der Patienten bei den Entscheidungen mit berücksichtigt werden müssen. Das IQWiG selbst blendet diese Faktoren völlig aus, indem es lediglich auf Mortalität und Morbidität abzielt. Lebensqualität bedeutet aber auch, durch moderne Medikamente den Beruf weiter ausüben zu können und nicht dem Sozialstaat zur Last zu fallen. Der GBA übernimmt derzeit widerspruchslos alle IQWiG-Berichte, auch wenn diese unvollständig sind und nicht mit der geltenden Gesetzeslage in Einklang stehen.

Hier brauchen wir mehr Einfluss, was uns über eine gut aufgestellte Gesamtorganisation sicherlich auch besser gelingen wird. Wir müssen das Bundesgesundheitsministerium endlich dazu bewegen, sekundär-präventiv zu denken und auch die Lebensqualität der Diabetiker bei ihren Entscheidungen zu berücksichtigen. Eine Beratung unsererseits hilft, Fehler zu vermeiden. Dies dient der allgemeinen Patientensicherheit.

Zur Erfüllung dieser neuen, großen Herausforderungen brauchen wir in der Selbsthilfe personelle Ressourcen, Fachkenntnisse und eine professionelle Vorgehensweise. Sie, liebe Leser, sind dazu aufgerufen, diese Professionalisierung mit zu tragen bzw. diese zu gewährleisten. Werden Sie als Patient oder Betroffener Mitglied im DDB, der sie in der entsprechenden Kammer der Gesamtorganisation diabetesDE vertritt.

Engagieren Sie sich im Deutschen Diabetiker Bund! Helfen Sie mit, dass die Gesamtorganisation diabetesDE künftig über mehr "Schlagkraft" verfügt!

Der Bundesvorstand des DDB wird alles Erdenkliche dafür tun, damit die Patienten im Zuge der Kosteneinsparungen nicht zu bloßen Objekten staatlichen Handelns werden. Es muss klar sein, dass unser Gesundheitssystem solidarisch aufgebaut ist! Dies verlangt von den Entscheidungsträger im GBA, ethisch und verantwortlich zu handeln. Hier gibt es für uns alle viel zu tun!

 

Die Original-Pressemeldung finden Sie auf der Hompage des Bundesverbands

Als PDF-Datei können Sie hier den Wortlaut der Meninger Erklärung nachlesen.

Blutzucker-Selbstbestimmung bei Diabetes mellitus Typ 2

Dieter Möhler machte in diesem Zusammenhang auch deutlich, dass für eine Nutzenbewertung für die Verwendung von Blutzuckerteststreifen überhaupt keine Methoden zur Verfügung stünden. Eine realistische Bewertung kann nur ähnlich gehandhabt werden wie Darstellung des Nutzens von Medikamenten. Die Verordnungsmöglichkeit von Blutzuckerteststreifen wirkt sich zwar nicht unmittelbar auf die Gesundheitssituation des Patienten aus. Unterbleibt diese allerdings, ist den Patienten eine eigene Intervention zur Korrektur einer unbefriedigenden Blutzuckersituation nicht möglich. Die Unterzuckerungsgefahr wird verschärft.

"Der vom Gemeinsamen Bundesausschuss an das IQWiG erteilte Auftrag für ein Gutachten geht am Sachverhalt vorbei. Hier hätte besser nach einem Nutzen in Bezug auf die den Patienten durch die Verordnung von Blutzuckerteststreifen eröffnete Interventionsmöglichkeit untersucht werden müssen. Deshalb brauchen wir einen neu formulierten Auftrag an das IQWiG", so der Rechtsanwalt.

Der Deutsche Diabetiker Bund weist darauf hin, dass insbesondere vor Fahrtantritt eine Blutzuckerselbstbestimmung notwendig ist, denn Medikamente können Unterzuckerungen auslösen. Das Unterlassen einer Blutzuckerbestimmung könnte Zweifel an der Eignung als Kraftfahrer im Straßenverkehr aufkommen lassen. Und genau das ist für den Patienten nicht hinnehmbar. Durch die Selbstbestimmung des Blutzuckerspiegels werden entsprechende Risiken beherrscht und vielfach den Patienten erst Berufsmöglichkeiten wie das Bedienen gefährlicher Maschinen erst ermöglicht. Fiele diese Möglichkeit weg, kommt es zu einer Belastung anderer Sozialversicherungssysteme. "Diese Vorgehensweise des IQWiG ist unethisch", so Dieter Möhler abschließend.

Deutscher Diabetiker Bund e. V. Goethestr. 27 34119 Kassel

Quelle: Deutsche Diabetiker Bund Bundesverband

„Zucker im Blut – Recht im Leben“

Rechtsberatungsnetz ist gestartet

Pressemitteilung des Deutschen Diabetikerbundes e. V.

Kassel - 13.10.2009: Im Alltag wird es für Diabetiker immer schwieriger, die zunehmenden juristischen Komplikationen zu durchschauen und die eigenen Patientenrechte durchzusetzen. Diesem Umstand etwas entgegenzusetzen hat sich der Deutsche Diabetiker Bund zur Aufgabe gestellt. Ein Netzwerk aus kompetenten Juristen soll die rechtliche Betreuung der im DDB organisierten Diabetiker übernehmen.

Diesem Netzwerk gehören die folgende Rechtsanwälte an: (Im Foto von links nach rechts) Hartmut Steinbeck (Bremen; Schwerpunkte: Zivilrecht, Versicherungsrecht; außerdem Vorsitzender des Landesverbandes Bremen), Dieter Möhler (Meiningen; Bundesvorsitzender), Andreas Schröder (Meiningen; Schwerpunkt Sozialrecht), Markus Horstmann (Hannover; Schwerpunkte Medizinrecht, Sozialrecht) und Dr. Stephan Schmanns (Hamburg; Schwerpunkt u. a. Medizinrecht). Auf dem Bild fehlen: Steffen Graf (Villingen-Schwenningen; Schwerpunkte Verkehrs-, Straf-, Verwaltungs- und Zivilrecht im Zusammenhang mit Diabetes; Vorstandsmitglied im Landesverband Baden-Württemberg). Weitere Anwälte u. a. eine Anwältin mit Migrationshintergrund prüfen zurzeit. die Bereitschaft zur Mitarbeit.

Diese genannten Rechtsanwälte übernehmen eine anfängliche juristische Beratung der Patienten – kostenfrei für Mitglieder im Deutschen Diabetiker Bund. Sie geben Hilfe und Unterstützung beispielsweise beim Ausfüllen von diversen Anträgen, Erstellen bei Bedarf Gutachten oder helfen bei den Schulungen und Fortbildungen der Diabetiker-Lotzen. Auch möchte man sich innerhalb des Netzwerkes spezialisieren, um so die fachliche juristische aber auch medizinisch wissenschaftliche Kompetenz zu erhöhen. Es sei künftig durchaus denkbar, den Mitarbeitern der lokalen Arbeitsagenturen entsprechende Fortbildungsseminare anzubieten, welche sich mit den sozial-medizinischen Möglichkeiten in der Bundesrepublik beschäftigen.

Das Rechtsberatungsnetz "Zucker im Blut – Recht im Leben" ist ab sofort direkt über den Bundesverband in Kassel aber auch über die jeweiligen Landesverbände erreichbar.

Erhöhtes Schlaganfall-Risiko

Dies liegt nicht nur an erhöhten Blutzuckerwerten, die langfristig die Blutgefäße schädigen können. Auch der Bluthochdruck, die Blutfettwerte und der Lebensstil spielen eine Rolle: Besonders riskant ist die Kombination von hohen Langzeit-Blutzuckerwerten - ein HbA1c-Wert über acht Prozent - und ein oberer Blutdruck-Wert von 150 mm Hg und mehr. Diese Diabetiker haben ein fast 13-fach erhöhtes Schlaganfall-Risiko.

Eine Diabetes-Therapie, die nur den Blutzucker senkt, kann deshalb nicht die Folgekrankheiten an den Blutgefäßen verhindern. "Selbst ideale Werte senken das Schlaganfallrisiko nicht, wenn die begleitenden Risikofaktoren nicht behoben werden", betont PD Dr. med. Rainer Lundershausen, Pressesprecher der DDG. Weitere Maßnahmen müssen deshalb die Senkung des Blutdrucks und die Normalisierung der Blutfettwerte sein: Wird beispielsweise der obere Blutdruck-Wert um 10 mm Hg gesenkt, könnte dies das Schlaganfall-Risiko um 40 Prozent mindern. Ziel ist ein Blutdruck in Ruhe, der nicht höher als 130 zu 80 mm Hg ist.

Außerdem erhöhen unterschiedliche Faktoren des Lebensstils das Risiko für Diabetiker, einen Schlaganfall zu erleiden. Dazu gehören unter anderem Rauchen, Alkohol, starkes Übergewicht, Stress und wenig Bewegung. Liegen mehrere dieser Risikofaktoren bei Diabetikern vor, können Änderungen des Lebensstils nicht nur ihre Lebenszeit, sondern auch ihre Lebensqualität deutlich steigern: Schlaganfall ist weltweit nicht nur die zweithäufigste Todesursache, sondern auch die häufigste Ursache für dauerhafte Behinderung.

"Eine Diabetes-Therapie, die die vielfältigen Schlaganfall-Risiken mit berücksichtigt, ist eine Herausforderung für Ärzte und Patienten", meint Lundershausen. Um Betroffene dabei zu unterstützen, bietet die Gesamtorganisation diabetesDE auf ihrer Internetseite http://www.diabetesde.org viele Informationen rund um Diabetes, Ernährung und Bewegung für Diabetiker an.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (idw) 

dort finden Sie diese Pressemeldung unter http://idw-online.de/pages/de/news353548

Schwerbehinderten-Ausweis

Schwerbehinderte genießen in Deutschland einen besonderen Kündigungsschutz. Sie haben Anspruch auf Zusatzurlaub und es gibt Vergünstigungen bei der Einkommensteuer. Eine Steuerersparnis gibt es auch für Eltern diabetischer Kinder und Jugendlicher mit Nachweis der Schwerbehinderung. Der Gesetzgeber sieht dies als Ausgleich für die zahlreichen Benachteiligungen durch die Erkrankung. Diabetiker können den Ausweis beim Versorgungsamt beantragen. Ein Amtsarzt prüft dort, wie hoch der Grad der Behinderung ist. Für eine Schwerbehinderung muss - auf einer Skala von eins bis 100 - ein Grad von 50 oder mehr vorliegen.

Der Amtsarzt ist bei seiner Entscheidung an die gesetzliche Versorgungsmedizin-Verordnung gebunden, die auch die Voraussetzungen für Diabetiker festlegt: Dazu gehört eine "unter Insulintherapie instabile Stoffwechsellage einschließlich gelegentlicher schwerer Hypoglykämien". Ein Unterschied zwischen Typ-1 oder Typ-2-Diabetes wird nicht gemacht. Dass es nicht nur auf solche messbare Werte, sondern auch auf den Therapieaufwand und die Auswirkungen im Alltag ankommt, hat im Jahr 2008 das Bundessozialgericht festgestellt. "Auch wenn das Bundessozialgericht seine Vorgaben in einer weiteren Entscheidung zwischenzeitlich nochmals ausdrücklich bestätigt hat, zeigt sich die behördliche Praxis tatsächlich sogar noch restriktiver als bislang", meint Rechtsanwalt Oliver Ebert in seinem Artikel "Diabetes und Soziales".

Den Betroffenen wird faktisch die Beweislast auferlegt: Sie müssen instabile Stoffwechsellage und schwere Hypoglykämien - akute Unterzuckerungen, die ärztliche Hilfe erforderlich machen - dokumentieren und nachweisen. Dies ist zum Beispiel durch ein Blutzucker-Tagebuch möglich, das die Patienten mehrere Monate führen. Menschen mit Diabetes sollten sich außerdem von ihrem Arzt alle bereits aufgetretenen Komplikationen bescheinigen lassen, da Schädigungen von Augen, Niere und Herzkreislaufsystem den Grad der Behinderung beeinflussen. Erfolgt die Entscheidung des Amtes, haben sie die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen.

diabetesDE bietet für solche und andere Fälle seinen Mitgliedern pro Jahr eine kostenlose Rechtsberatung des Rechtsanwaltes Oliver Ebert. Die Entscheidung, einen Antrag auf Schwerbehinderung zu stellen, sollte bereits im Vorfeld abgewogen werden, so der Experte: Ein Schwerbehindertenausweis kann neben vielen Vorteilen auch Nachteile im Berufsleben mit sich bringen. Dazu gehört das Risiko, dass die bisher geschützten Daten zur Schwerbehinderung weiteren Institutionen oder Arbeitgebern zur Kenntnis gelangen. Angesichts der Pflichten von Arbeitgebern gegenüber ihren Mitarbeitern mit Schwerbehinderung könnte dieses Wissen ihre Entscheidung zum Beispiel bei einer Einstellung beeinflussen. Auch reagierten Mitmenschen nicht immer positiv, wenn Menschen ohne sichtbare Behinderung Sonderrechte für sich beanspruchen.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (idw)

dort finden Sie die Pressemeldung unter http://idw-online.de/pages/de/news353548

Gallensteine

Die Studie, zu der Cornelia Weikert vom DIfE und Steffen Weikert vom Universitätsklinikum Charité Berlin maßgeblich beigetragen haben, wurde online in der Fachzeitschrift American Journal of Epidemiology (Cornelia Weikert and Steffen Weikert et al.; 2009; DOI: 10.1093/aje/kwp411) publiziert.

Gallenstein- und Nierensteinerkrankungen treten bei Menschen mit westlichem Lebensstil gehäuft auf, wobei massives Übergewicht ein wesentlicher Risikofaktor ist. Zudem weisen epidemiologische Untersuchungen darauf hin, dass Menschen mit Diabetes eher dazu neigen, Gallensteine zu bekommen. Bislang war jedoch unklar, ob umgekehrt Gallen- oder Nierensteine mit einem erhöhten Diabetesrisiko assoziiert sind, das heißt Diabetes-Risikofaktoren darstellen.

Um dieser Frage nachzugehen, analysierte das Wissenschaftlerteam um Heiner Boeing die Daten der Potsdamer EPIC-Studienteilnehmer. Zu Beginn der Studie hatten 3.293 der beteiligten Männer und Frauen über bekannte Gallen- und 2.468 der Teilnehmer über bekannte Nierensteine berichtet. Im Verlauf der Studie erkrankten während eines Beobachtungszeitraums von etwa 7 Jahren 849 von 25.166 Studienteilnehmern an Diabetes.

Unabhängig von Alter, Geschlecht, Taillenumfang und Lebensstilfaktoren wie Rauchen und Alkoholkonsum hatten Personen mit Gallensteinen ein 1,42-fach erhöhtes Risiko, an einem Diabetes zu erkranken. Hingegen war bei Menschen mit Nierensteinen das Diabetesrisiko nicht erhöht. "Nach unseren Daten sind Gallensteine ein eindeutiger Risikofaktor für Diabetes und könnten zusammen mit anderen Faktoren genutzt werden, um die Einschätzung des individuellen Diabetesrisikos zu präzisieren. Nierensteine spielen für die Vorhersage des Diabetesrisikos hingegen keine Rolle", erklärt Heiner Boeing, Leiter der Potsdamer EPIC-Studie.

"Treten Gallensteine auf, sollte man sich vom Hausarzt über Vorzeichen einer Diabeteserkrankung und das individuelle Risiko beraten lassen", empfiehlt Cornelia Weikert. "Ebenso ergibt sich aus der Gallensteinerkrankung ein Anlass, seine Ernährung sowie seinen Lebensstil zu überdenken und Präventionsempfehlungen verstärkt zu befolgen. Nicht zuletzt sollten Ärzte, die Gallensteine bei ihren Patienten feststellen, bei der Weiterbetreuung auch das erhöhte Diabetesrisiko berücksichtigen."

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (idw)

Hintergrundinformation:
Typ-2-Diabetes (auch als Alterszucker oder -diabetes bekannt) ist eine Stoffwechselerkrankung, bei welcher der Körper das selbstproduzierte Insulin nicht ausreichend nutzen kann. Dadurch wird der Blutzuckerspiegel erhöht. Ein Typ-2-Diabetes entwickelt sich schleichend über Jahre, wobei Gefäße und Augen bereits frühzeitig geschädigt werden können. Zu den schweren Folgeschäden zählen: Herzinfarkt, Schlaganfall, Blindheit, ein Verlust von Gliedmaßen durch Amputation oder Nierenversagen.

Die *Potsdamer EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition)-Studie leitet Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE). Sie ist Teil der Gesamt-EPIC-Studie. Die EPIC-Sudie ist eine prospektive Studie, die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Krebs und anderen chronischen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes untersucht. An der EPIC-Studie sind 23 administrative Zentren in zehn europäischen Ländern mit 519.000 Studienteilnehmern beteiligt.

Bei der Auswertung einer prospektiven Studie ist es wichtig, dass die Teilnehmer/innen zu Beginn der Studie noch nicht an der zu untersuchenden Krankheit leiden. Die Risikofaktoren für eine bestimmte Erkrankung lassen sich so vor ihrem Entstehen erfassen, wodurch eine Verfälschung der Daten durch die Erkrankung weitestgehend verhindert werden kann - ein entscheidender Vorteil gegenüber retrospektiven Studien.

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Es erforscht die Ursachen ernährungsbedingter Erkrankungen, um neue Strategien für Prävention, Therapie und Ernährungsempfehlungen zu entwickeln. Forschungsschwerpunkte sind dabei Adipositas (Fettsucht), Diabetes und Krebs.

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 86 Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen etwa 14.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind ca. 6.500 Wissenschaftler, davon wiederum 2.500 Nachwuchswissenschaftler. Näheres unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (idw)

dort finden Sie die Pressemeldung unter http://idw-online.de/de/news352656

Meldung über Krebsrisiken führt zu Verwirrung

Erhöhtes Krebsrisiko durch lang wirksame Insulinanaloga nicht bewiesen.

Erhöhtes Krebsrisiko durch lang wirksame Insulinanaloga nicht bewiesen.

Quelle: Pressemitteilung des DDB Bundesverbandes vom 29.06.2009

Ein Beitrag in den „Tagesthemen“ vom 26.06.2009 über ein erhöhtes Krebsrisiko bei Diabetes-Patienten, die mit Analoginsulin behandelt werden, hat große Verunsicherung ausgelöst.

Tatsache ist, dass nur in zwei von vier Studien ein erhöhtes Krebsrisiko unter der ausschließlichen Gabe des lang wirksamen Analoginsulin Glargin (Lantus) behauptet wird. Nach Ansicht der European Association for Study of Diabetes (EASD) sind darüber hinausgehend weitere Analysen notwendig, um überhaupt den möglichen Zusammenhang zwischen lang wirksamen Analoginsulinen und Krebsentstehung aufzuklären. Die EASD weist darauf hin, dass Humaninsuline oder auch die Kombination von kurz- und lang wirksamen Analoginsulinen in allen vier Studien keinerlei erhöhte Krebsrisiko ausgelöst haben.

Die Amerikanische Fachgesellschaft ADA bestätigte, dass die neuen Daten widersprüchlich und nicht beweiskräftig seien. Die Daten einer 5-Jahres Sicherheitsstudie, die gezeigt hat, dass unter Insulin Glargin die Zahl der bösartigen Veränderungen von Zellgewebe geringer war als unter Humaninsulin, verschweigt das IQWiG, obwohl diese Studie seit Monaten bekannt ist.

Aus den vorliegenden Studien können keine abschließenden Bewertungen über den Zusammenhang zwischen lang wirksamen Insulinanaloga und Krebsentstehung gezogen werden. Es lassen sich insbesondere keine Rückschlüsse auf die Behandlung mit anderen Analoginsulinen begründen.

Kassel, 29.06.2009

Deutscher Diabetiker Bund e. V.
Goethestr. 27
34119 Kassel

Quelle: Pressemitteilung des DDB Bundesverbandes vom 29.06.2009

Bluthochdruck - Grenzwerte festgelegt

Häufig wird der Blutdruck in den Apotheken gemessen. Die Apothekerverbände und Ärzte haben sich jetzt auf Blutdruckwerte geeinigt.

Werden die Werte von 140 zu 90 mm Hg (Millimeter Quecksilbersäule) bei Messungen in Apotheken überschritten, dann sollten die Betroffenen in absehbarer Zeit zum Arzt gehen.

Neue Grenzwerte auch für Diabetiker

Für Diabetiker und Patienten mit Nieren- und Herzerkrankungen haben Die verbände niedrigere Grenzwerte festgelegt. Bereits bei Überschreitung von 130 und 85 mm Hg soll ein Arztbesuch empfohlen werden.

Nach Angaben der Deutschen Apothekerverbände haben in Deutschland etwa 30 Millionen Menschen zu hohe Blutdruckwerte. 50 Prozent der Betroffenen wissen davon allerdings nichts.

Regelmäßige Kontrollen

Bluthochdruck verursacht nahezu keine Beschwerden und gehört dennoch zu den größten Gefahren fürs Herz. Wird er nicht behandelt, drohen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenschäden - und schlimmstenfalls der Tod. Menschen mit Diabetes oder Fettstoffwechsel-Erkrankungen und Übergewichtige sollten regelmäßig ihren Blutdruck kontrollieren lassen. Übergewichtige können bereits durch gesunden Lebensstil ihren Blutdruck senken.

Häusliche Pflege - Broschüre der Verbraucherzentrale

Immer häufiger möchten pflegebedürftige Menschen lieber im eigenen Haushalt versorgt werden. Doch wie soll eine Versorgung rund um die Uhr gewährleistet werden? Angehörige können dies oft nicht leisten.

Die Broschüre „Hilfe rund um die Uhr – (l)egal durch wen?" der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz gibt Ihnen Hilfestellungen die Leistungen, Kosten zu beurteilen und auch die rechtlichen Aspekte zu beachten. Die Broschüre können Sie hier auf der Website der Verbraucherzentrale als PDF-Datei herunterladen.

DDG widerspricht Aussagen von IQWiG-Chef

Schon länger sind Studienergebnisse in der Diskussion, dass es nicht für alle Patienten sinnvoll ist, den Blutzuckerwert zu stark zu senken: Die Ergebnisse der Action to Control Cardiovascular Risk in Diabetes (ACCORD-Studie) sorgten auf der Jahrestagung der American Diabetes Association im Juni 2008 zum Teil für Erstaunen. Die Studie hatte das Ziel, den Messwert für Blutzucker, den HbA1c-Wert, der Teilnehmer auf einen Normwert von unter 6,5 Prozent zu senken. Im Frühjahr wurde die Studie vorzeitig abgebrochen, weil sich die Anzahl der Todesfälle um 22 Prozent erhöht hatte.

Ursachen für die erhöhte Sterblichkeit könnten nach Meinung der DDG noch nicht erforschte Wechselwirkungen von Mehrfachmedikationen sowie Gewichtszunahme der Studienteilnehmer sein: Etwa die Hälfte erhielt in der ACCORD-Studie drei orale Antidiabetika und Insulin. Ein Viertel nahm während der Studiendauer mehr als zehn Kilogramm Gewicht zu.

In einer Stellungnahme im Juli 2008 wies die Deutsche Diabetes-Gesellschaft deshalb darauf hin, dass ein HbA1c-Wert von unter 6,5 Prozent nicht für alle Patienten sinnvoll und eine individuelle Therapieentscheidung notwendig sei: Die Vermeidung von Risiken und Nebenwirkungen der blutzuckersenkenden Medikamente hat Vorrang in der Diabetes-Therapie. Deshalb sollten Ärzte nicht mehr als zwei Wirkstoffe gleichzeitig verordnen, wenn die Sicherheit der jeweiligen Mehrfachkombinationen nicht ausreichend belegt ist. Dies gilt vor allem, wenn Patienten zusätzlich Insulin spritzen.

Aus den Ergebnissen der ACCORD-Studie zu schließen, dass ein Absenken des Blutzuckerspiegels grundsätzlich nicht nötig sei, ist jedoch verantwortungslos. Es ist der Indikator, um Folgeerkrankungen zu vermeiden. Auch ältere Patienten leben deutlich besser, wenn sie weiterhin Sehen, ihre Nieren funktionieren und Fußamputationen vermieden werden.

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